In der Schweiz werden grössere Überbauungen durch das Schaffen von ökologischen Ausgleichsflächen oder durch qualitative Aufwertung von ökologisch wertvollen Gebieten kompensiert. V Na unterstützt die öffentlichen Bemühungen durch zusätzliche Pflegeeinsätze. 

Renaturierte Flächen sind als Ruderalstandorte anfällig für den Befall mit invasiven exotischen Pflanzen, bevor sich die erwünschte einheimische Flora etablieren konnte. Werden diese rasch entfernt, ist der Aufwand viel geringer, als wenn zugewartet wird. Hierfür fehlt den zuständigen öffentlichen Stellen oft das Geld.

Teiche als Amphibienlaichgebiete benötigen für den Fortpflanzungserfolg Sonneneinstrahlung und ein vielfältig strukturiertes Umland. Hierfür muss regelmässig gemäht werden. Zudem würden sie ohne Pflegeeingriffe durch Sedimentierung verlanden.

 

Biotope im Löchligut

Ökologisches Ausgleichsprojekt am Aareufer auf dem Gebiet der Stadt Bern als Kompensation für einen Strassenbau

Es wurden mehrere Biotope als Amphibienlaichgebiet angelegt. Indem das Wasser abgelassen werden kann wird verhindert, dass sich Fressfeinde der Kaulquappen zu stark ausbreiten. Die umliegende Wiese wird schonend gemäht. Neu gepflanzte Heckengürtel bieten Vogelnistplätze.

Nun hat sich hier die armenische Brombeere als invasiver Neophyt breit gemacht und droht die Jungpflanzen zu ersticken. Deshalb sind Brigit Baumberger, Jenni Zimmermann und andere Freiwillige zusammen mit Asylbewerbern hier seit 2016  Einsätze zur Bekämpfung dieser Problempflanze am durchführen. Wird die Pflanze konsequent mitsamt den Wurzeln ausgegraben sind Erfolge ersichtlich (siehe "Geschehenes - Umwelteinsätze").

 

Chutzegrueb

Trockenstandort und Heckenlandschaft auf dem Gebiet der Gemeinde Bremgarten

Die ehemalige Kiesgrube beherbergt eine Vielzahl von selten gewordenen Schmetterlingen, Reptilien, Heuschrecken und Pflanzen. Sie steht unter Vertrag und wird von einem lokalen Bauern einmal jährlich gemäht. Die Gemeinde Bremgarten führt den jährlichen Winterschnitt der Hecken durch. So kann die attraktive, reich strukturierte Landschaft erhalten bleiben.

Durch das Gmeinwärch fanden bereits einige Pflegeaktionen statt, die zum Ziel hatten, invasive Neophyten zurückzudrängen, insbesondere die kanadische Goldrute und das einjährige Berufkraut. V Na führt diese Arbeit seit 2016 fort.

 

Biotope Neubrücke

Amphibienlaichgebiet auf dem Gebiet der Gemeinde Bremgarten

Im Rahmen ihres Konzeptes zur Förderung der Partizipation im öffentlichen Raum gibt die Gemeinde Bremgarten einzelne Parzellen zur Pflege und Gestaltung durch Bürgerinnen und Bürger frei. Alles Nähere dazu (insbesondere Konzept, freigegebene Flächen, Vereinbarungsinhalte) ist auf der Website der Gemeinde zu finden: http://www.3047.ch/www/340.php?page=34501.
Eine kleine V Na-Delegation besichtigte am Montag, 7. März 2016 zusammen mit Marjan Steenbeek Caduff (Präsidentin Gruppe Natur Landschaft GNL, Bremgarten), Markus Steiner (Grünplaner der Gemeinde Bremgarten) und Martin Megert (Equipenchef der Gemeindebetriebe Bremgarten) die beiden Biotope bei der Neubrücke und in der Seftau.

Die Biotope bei der Neubrücke konnten von V Na in Pflege genommen werden.

Ziele: Fördern der Biodiversität im Allgemeinen, Fördern von Amphibien gemäss Informationen der Stele bei den Biotopen (Feuersalamander, Grasfrosch, Bergmolch, Fadenmolch, Erdkröte), sowie Reptilien (Ringelnatter, Blindschleiche, Mauereidechse)

Zu erreichen durch:

  • Möglichst vollständiges Auspickeln der invasiven Armenischen Brombeeren
  • Zurückdrängen der Biomasse
  • Ufer und Weiherumgebung zweimal jährlich ausmähen. Erste Mahd wenn möglich etappiert (in Hälften oder in Dritteln). Die Gemeinde mäht im Herbst dort, wo nötig.
  • Weiden im Umland auspickeln
  • Algen im Spätsommer / Herbst bei Bedarf dezimieren
  • Freihalten der Wasserflächen und der Wasserflüsse: Kleine Teiche 100% freihalten, der grössere darf zu 1/3 überwachsen.
  • Die kleineren Teiche dürfen ab dem Sommer austrocknen
  • Zurückdrängen des Schilfbestandes innerhalb der Wasserflächen durch Ausreissen, innerhalb des Umlandes durch Mähen.
  • Aufstocken der bestehenden Stein- und Asthaufen an besonnten Plätzen.
  • Hochstaudenflur, wie Heckensträucher, Laubbäume, Weiden und Ulmen, ausschliesslich in genügender Entfernung der Wasserflächen zulassen, damit diese trotzdem besonnt werden, also bevorzugt nördlich der Wasserflächen
  • Bei Pflegeeinsätzen müssen die Aktivitätsperioden der Amphibien berücksichtigt werden: Nur sehr vorsichtige Eingriffe ab Mitte Februar bis August (v.a. Neophyten und Gras auf den Wasserflächen), grössere Eingriffe in Gewässer und Gewässerumgebung ab September bis Mitte Februar.
  • Im Herbst: Mit Schaufeln Feinmaterial ausheben, stellenweise auch tief, v.a. die kleinen Weiher. Bei einzelnen Weihern die ganze Vegetation entfernen (auch Algen und Schlamm, Feinmaterial), bei andern allenfalls einen Teil der Vegetation stehen lassen.

Wegen Erosion durch das Fliessgewässer werden vermutlich alle 10 Jahre weitere Baggereinsätze nötig sein.
Das Quellwasser ist eher kalt. Eine gute Besonnung der Wasserflächen ist sehr wichtig, damit sich das Wasser etwas erwärmen kann.
Abstimmung mit den Bedürfnissen der Passantinnen und Passanten: Keine Steinhaufen in der Nähe von Fusswegen. Ein Pufferstreifen von einem Meter entlang des Fussweges wird von den Gemeindemitarbeitern gemäht.